Lean Around the Clock 2026 – Warum die Lean Community bereit ist für Lean 4.0

Lean Around the Clock 2026 – Warum die Lean Community bereit ist für Lean 4.0

Drei intensive Tage auf der Lean Around the Clock in Mannheim liegen hinter dem kyro-Team. Drei Tage voller Gespräche, Diskussionen, Begegnungen und neuer Perspektiven. Das Team blickt in diesem Blog-Post auf die vergangenen Tage zurück und berichtet von den Eindrücken der Messe:

Für uns war diese LATC-Messe in mehrfacher Hinsicht besonders. Zum einen, weil wir gemeinsam mit Einklang.AI erstmals unsere Idee rund um Lean 4.0 und den Orchestrator vorgestellt haben. Zum anderen, weil wir spüren konnten, dass diese Idee bei vielen Menschen in der Lean Community auf offene Ohren trifft.

Und nicht zuletzt, weil wir mit kyro beim Lean Base Award den 3. Platz erreichen konnten – beim Community Voting sogar Platz 1.

Doch der wichtigste Gewinn dieser drei Tage waren nicht die Stimmen oder die Platzierung. Es waren die Gespräche mit den Besuchenden und Ausstellenden vor Ort.

Lean Around the Clock 2026: Drei Tage Austausch mit der Lean Community

Wer durch die Hallen der Lean Around the Clock läuft, merkt schnell: Lean lebt. Überall wird diskutiert, erklärt, ausprobiert. Menschen sprechen über Wertströme, Flow, Problemlösung, Führung und Kultur. Die Energie dieser Community ist beeindruckend.

Gleichzeitig tauchte in vielen Gesprächen ein gemeinsames Thema auf. Die Welt, in der Lean heute stattfindet, ist komplexer geworden. Prozesse sind stärker vernetzt, Datenmengen wachsen, Entscheidungen müssen schneller getroffen werden und künstliche Intelligenz ist Teil der Realität vieler Organisationen.

Die Methoden von Lean sind deshalb nicht falsch geworden. Im Gegenteil. Sie sind weiterhin eine der stärksten Grundlagen für Verbesserung und Lernen in Organisationen. Doch der Kontext hat sich verändert.

Viele Lean-Expert:innen haben uns genau das beschrieben. Sie arbeiten weiterhin mit starken Methoden, erleben aber gleichzeitig mehr Tools, mehr Initiativen und mehr Daten als je zuvor. Und trotzdem fehlt oft etwas Entscheidendes: Klarheit.

Vom Lean Experten zum Lean Orchestrator: Eine neue Rolle in Lean 4.0

Die Rolle der Lean-Experten war über viele Jahre klar: analysieren, strukturieren, optimieren. Doch in einer Welt mit zunehmender Komplexität reicht diese Perspektive allein nicht mehr aus.

Organisationen brauchen heute Menschen, die nicht nur einzelne Verbesserungsprojekte treiben, sondern Menschen, Prozesse und Technologie miteinander verbinden. Menschen, die End-to-End denken, Zusammenhänge sichtbar machen und Orientierung schaffen. Der Orchestrator ist genau diese Weiterentwicklung.

Der Orchestrator denkt in seiner Rolle nicht nur in Methoden oder Projekten, sondern in Wirkung. Er verbindet Führung, Teams, Daten und Entscheidungen. Und er sorgt dafür, dass Lean auch in einer komplexen, datengetriebenen Welt wirksam bleibt.

Viele Gespräche an unserem Stand haben gezeigt, dass diese Rolle einen Nerv trifft. Immer wieder hörten wir Sätze wie: „Genau das erleben wir gerade bei uns.“ „Lean funktioniert – aber die Umgebung ist heute eine andere.“ „Wir haben viele Tools, aber kein gemeinsames System.“

Für uns war das ein starkes Signal.

Gespräche am Messestand: Orchestrator, der orange Gürtel und Tool-Chaos

Einige Elemente unseres Messestands haben besonders viele Diskussionen ausgelöst. In der Mitte stand eine Schaufensterpuppe – unser Orchestrator. Sie trug einen auffälligen orangefarbenen Gürtel und ein Shirt mit einem QR-Code. Wer ihn scannte, landete direkt bei der Komax Story, die zeigt, wie sich Lean in Richtung Lean 4.0 weiterentwickeln kann. Viele Besucher:innen blieben genau dort stehen. Nicht selten begann das Gespräch mit einer einfachen Frage: „Was hat es mit dem Orchestrator auf sich?“ Von dort entwickelte sich oft ein intensiver Austausch über die Zukunft von Lean, über neue Rollen in Organisationen und über die Frage, wie Menschen, Prozesse und AI künftig zusammenwirken können.

Auch der orange Gürtel sorgte für viele Gespräche. In der Lean-Welt steht der Black Belt seit Jahren für analytische Exzellenz und datengetriebene Optimierung. Doch in vielen Gesprächen wurde deutlich: Genau dieses Bild verändert sich gerade. Der orange Gürtel war deshalb bewusst als Symbol gedacht. Er steht für eine neue Generation von Lean-Expert:innen. Menschen, die weiterhin analytisch arbeiten – aber gleichzeitig stärker verbinden, führen, moderieren und Systeme gestalten. Weniger Fokus auf reine Datenoptimierung, mehr Fokus auf Systemverständnis, Zusammenarbeit und Wirkung.

Ein weiteres Detail unseres Messestands hat ebenfalls viele Diskussionen ausgelöst. Hinter dem Bildschirm hing ein grosses, bewusst chaotisches Brown Paper mit Post-its. Viele Lean-Expert:innen kennen dieses Bild aus ihrem Alltag: Workshops, Papierbahnen, Marker, Excel-Listen und Präsentationen. Doch genau hier entsteht häufig ein Problem. Die Erkenntnisse aus Workshops verschwinden später wieder im Alltag. Wer mit Brown Paper arbeitet kämpft mit Tool-Choas und Medienbrüchen. kyro setzt genau dort an. Statt isolierter Dokumente entsteht eine gemeinsame digitale Prozesslandschaft. Probleme bleiben sichtbar, Verbesserungen werden nachvollziehbar und Teams können gemeinsam an Prozessen arbeiten. Für viele Besucher war das weniger ein neues Tool als vielmehr eine neue Art, Verbesserungsarbeit im Alltag zu organisieren. kyro wurde als Verbesserungssystem verstanden.

Lean 4.0: Wie People, Process und AI zusammenwirken

Unser gemeinsamer Stand mit Einklang.AI stand unter einer einfachen Idee: Lean 4.0 entsteht, wenn Menschen, Prozesse und künstliche Intelligenz zusammenwirken.

Einklang.AI zeigt, wie sich Menschen zu Orchestratoren entwickeln können – durch einen strukturierten Weg zu AI-Literacy, Lean Leadership und End-to-End-Wertstromdenken.

kyro zeigt, wie Lean 4.0 im Alltag umgesetzt werden kann. Nicht als weiteres Tool, sondern als System, das Prozesse sichtbar macht, Teams einbindet und kontinuierliche Verbesserung strukturiert unterstützt.

Dass dieser Gedanke auf der Messe auf Resonanz gestossen ist, haben auch Stimmen aus der Community bestätigt. Eine Besucherin fasste ihre Eindrücke auf LinkedIn treffend zusammen: KI bringt wenig, wenn ein Lean-System nur aus Tools besteht – und viel, wenn es auf Standards und Ritualen basiert. Genau diese Verbindung aus Struktur, Routinen und Technologie wurde in vielen Gesprächen als entscheidend beschrieben.

Auch die Atmosphäre der Veranstaltung selbst hat diesen Eindruck verstärkt. Ein Teilnehmer schrieb, die LATC sei wieder ein Ort gewesen, an dem man „in die Lean-Bubble eintauchen“ könne – mit Menschen, die über Klarheit, Flow, Wertströme und echte Verbesserung sprechen. In diesem Kontext wurde auch kyro als Beispiel genannt, wie Digitalisierung Lean-Prinzipien pragmatisch unterstützen kann, statt sie zu überlagern.

Diese Rückmeldungen spiegeln sehr gut wider, was wir während der drei Tage immer wieder erlebt haben: Die Lean Community sucht nicht nach immer neuen Tools, sondern nach Systemen, die Menschen, Prozesse und Technologie sinnvoll miteinander verbinden. Genau dort beginnt für uns Lean 4.0.

Lean Base Award 2026: kyro erreicht Platz 3 und gewinnt das Community Voting

Ein besonderer Moment der Messe war für uns der Lean Base Award. Wir freuen uns sehr, dass kyro hier den 3. Platz erreichen konnte. Noch mehr gefreut hat uns, dass wir beim Community Voting sogar auf Platz 1 lagen.

Für uns ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass die Idee hinter kyro verstanden wird: Lean nicht als Dokumentationssystem zu digitalisieren, sondern als lebendiges System der kontinuierlichen Verbesserung.

Vielen Dank an alle, die für uns abgestimmt haben.

Lara Ferrari, Entwicklerin der kyro Software, mit dem LeanBase Award

Drei Erkenntnisse aus der Lean Around the Clock 2026

Die Gespräche an unserem Stand haben uns viele wertvolle Impulse gegeben. Drei Beobachtungen sind uns besonders aufgefallen.

Erstens: Die Lean Community ist offen für neue Perspektiven. Viele suchen aktiv nach Wegen, Lean weiterzuentwickeln, damit es auch in einer komplexeren Welt wirksam bleibt.

Zweitens: Das Thema Tool-Chaos beschäftigt viele Organisationen. Zahlreiche Unternehmen arbeiten heute mit einer Vielzahl an Systemen für Prozesse, Projekte, Kennzahlen und Verbesserungen. Der Wunsch nach mehr Klarheit und Integration ist gross.

Drittens: Die Rolle des Menschen wird wichtiger – nicht weniger. Künstliche Intelligenz ersetzt Lean-Expert:innen nicht. Sie verändert ihre Rolle. Genau deshalb gewinnt die Idee des Orchestrators an Bedeutung.

Lean bleibt – aber die Rolle dahinter entwickelt sich weiter

Die Lean Around the Clock hat einmal mehr gezeigt, wie stark und lebendig diese Community ist. Für uns war es besonders schön zu sehen, dass unsere Idee von Lean 4.0 und dem Orchestrator auf so viel Resonanz stösst.

Vielleicht liegt das daran, dass viele Organisationen gerade an genau diesem Punkt stehen. Lean bleibt – aber die Rolle dahinter entwickelt sich weiter.

Genau das ist der nächste Schritt: Nicht mehr Methoden, sondern eine bessere Verbindung zwischen Menschen, Prozessen und künstlicher Intelligenz.

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